22 Februar 2009

Ranke-Ausgabe wird eingestampft

Bereits im Sommer 2008 schlug die Nachricht zumindest in der deutschen Geschichtswissenschaft ein wie der Blitz: die Historisch-Kritische Ausgabe des Ranke'schen Briefwechsels weise "(...) eine geradezu bakterielle Durchsetzung mit Textabweichungen auf, die eine Beeinträchtigung bis Zerstörung des authentischen Charakters zahlreicher Schriftstücke zur Folge hat. Die Zahl der notwendigen Korrekturen liegt bereits für die von mir überprüften 90 von 267 Briefen bei über 1200 Lesefehlern.". Diese Sätze stammen Günter Johannes Henz, der einst über den jungen Leopold Ranke promovierte und - ebenso wie Siegfried Baur - Leiter der Handschriftenabteilung der Berliner StB und ebenfalls Ranke-Spezialist - nicht in das Editionsprojekt einbezogen worden war. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Dass dieses Desaster ausgerechnet bei der Ranke-Edition und zugleich dem Oldenbourg-Verlag, in dem die meisten Standardwerke zur Geschichtswissenschaft und die HZ erscheint, passiert, ist fast schon ein schlechter Witz der Geschichte. Die Konsequenz: Band 1 der Ausgabe wird eingestampft, alles beginnt von vorn.

Ich hoffe sehr, dass die von mir an die Herausgeber gelieferten Zusatzinfos aus der Perthes-Korrespondenz nicht vergessen werden...

Zum Nachlesen:

Artikel auf WELT Online vom 05.08.2008
Artikel auf WELT Online vom 10.10.2008

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