08 Juni 2008

Briefwechsel mit Johann Gustav Droysen

Johann Gustav Droysen (1808-1886) gehörte der jüngeren Historikergeneration des 19. Jh. an, die nicht mehr direkt von der Französischen Revolution und Napoleon geprägt wurden. Er zeichnete sich durch eine gewisse Janusköpfigkeit aus. Einserseits stand er pars pro toto für den (propreußischen) "politischen Professor" - als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung und Begründer der "kleindeutsch-borussischen" Schule, der sich explizit gegen den "unpolitischen" Leopold Ranke und dessen Schule in Stellung brachte. Andererseits formulierte und systematisierte er in seinem wohl wirkungsmächtigsten Werk, der "Historik" (1857), erstmalig die geschichtstheoretischen Grundlagen der historistischen Geschichtswissenschaft.

Droysen begann seine Karriere als Altertumswissenschaftler. Als solcher verfasste er die "Geschichte Alexanders des Großen" (1833). 1835 nahm er - auf der Suche nach einem Verleger für den Folgeband - Kontakt mit Perthes auf, ein Jahr später konnte die "Geschichte des Hellenismus" erscheinen. Auch wenn das Werk nur wenige Abnehmer fand, prägte er damit den Epochenbegriff.

Im Rahmen meiner Arbeit ausgewertete Quellen:

Perthes und Droysen führten Ende der 1830er Jahre einen intensiven Gedankenaustausch über die Funktion der Geschichtsschreibung, der in Kapitel V (S. 501ff) dargestellt wird. Die Briefe von Perthes an Droysen sind vollständig erhalten geblieben, auch viele Gegenstücke - leider ließ R. Hübner in seiner Briefedition (1929) die "ökonomischen Details" (also z.B. Auflagenzahlen und Honorarfragen) weg. Außerordentlich interessant ist auch die Diskussion um die Herausgabe einer "Historischen Zeitschrift", die aber nicht verwirklicht werden konnte (siehe hierzu den Abschnitt auf S. 595ff).

Im Verlag von Perthes erschienene Werke:

Johann Gustav Droysen, Geschichte des Hellenismus (1836/1843)

Weiterführende Literatur:

Horst Walter Blanke (Hg.): Johann Gustav Droysen. Historik. Supplement: Droysen-Bibliographie, Stuttgart - Bad Canstatt 2008.
Wilfried Nippel, Johann Gustav Droysen, München 2008.

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