18 Mai 2008

Briefwechsel mit Leopold Ranke

Leopold Ranke (1795-1886) ist gewissermaßen der Gründervater der modernen deutschen Geschichtswissenschaft, die sich in Gestalt des Historimus im 19. Jahrhundert ausformte. Im Kommentar zu seinem Erstlingswerk, der "Geschichte der romanischen und germanischen Völker von 1494-1525" (1824), legte er die Grundlinien seiner Arbeitsweise nieder: die kritische Auswertung der bisherigen Tradition gepaart mit der Integration neuer Quellen. Auf dieser Quellenbasis entstanden seine Geschichtswerke, in der die fortlaufende Erzählung dominierte.

Rankes erstes Buch wurde vom Berliner Verleger Georg A. Reimer übernommen. Wenig später, im März 1825, wandte sich Perthes auf Empfehlung von Niebuhr und F. v. Raumer an ihn mit der Bitte, innerhalb der "Europäischen Staatengeschichte" Spanien und Portugal zu übernehmen. Hieraus erwuchs ein intensiveres Autor-Verleger- Verhältnis das allerdings unter keinem guten Stern stand. 1833 trennten sich beide im Streit um die Ausrichtung der "Historisch-politischen Zeitung".

Im Rahmen meiner Arbeit ausgewertete Quellen:

Das Projekt der "Historisch-politischen Zeitschrift" wird ausführlich in Kapitel V (S. 535ff) unter Zuhilfenahme der Briefe, Tagebücher und Akten in den Berliner Ministerien untersucht. Hier finden sich auch Meinungsäußerungen Dritter über Ranke und seine Werke.

Von dem einstmals umfangreichen Briefwechsel haben sich fast ausschließlich die Briefe Rankes an Perthes erhalten - sie werden im 2. Band der Historisch-Kritischen Gesamtausgabe der Ranke-Briefe erstmalig komplett versammelt sein.

Im Verlag von Perthes erschienene Werke:

Leopold Ranke, Fürsten und Völker von Süd-Europa im 16. und 17. Jahrhundert, Bd. 1 (1827)
Leopold Ranke, Die serbische Revolution (1829)
Leopold Ranke, Historisch-politische Zeitschrift, Bd. 1 (1832)

Weiterführende Literatur:

Ulrich Muhlack, Oliver Ramonat (Hgg.), Leopold Ranke - Briefwechsel - Historisch-Kritische Ausgabe, Band 1: 1813-1825, München 2007 (Gesamtausgabe von Rankes Briefwechsel, siehe vor allem die Einführung auf S. 3ff).

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