18 Mai 2008

Briefwechsel mit Arnold Hermann Heeren

Arnold H. L. Heeren (1760-1842), letzter wichtiger Vertreter der „Göttinger Schule“, war der bedeutendste deutsche Historiker des frühen 19. Jahrhunderts. An die pragmatische Geschichtsschreibung des 18. Jahrhunderts anknüpfend, führte er neue (z.B. wirtschaftsgeschichtliche) Elemente ein – vor allem in seinen Hauptwerken, den „Ideen über die Politik, den Verkehr und den Handel der vornehmsten Völker der alten Welt“ (1793ff) und der „Geschichte des europäischen Staatensystems und ihrer Kolonien“ (1809ff).

Auf Vermittlung von Charles Villers nahm Perthes 1809 mit ihm Kontakt auf, um Aufsätze für sein neues Zeitschriftenprojekt „Vaterländisches Museum“ zu erhalten. Nach einer längeren Funkstille besuchte Perthes Heeren im März 1822 in Göttingen und besprach mit ihm seine Idee für ein „Handbuch der europäischen Staatengeschichte“. Heeren nahm aktiv an der Planung teil, vermittelte viele Kontakte und fungierte auch als Herausgeber neben dem Philologen und Geographen Friedrich August Ukert (der den Hauptteil der Redaktion übernahm).

Im Rahmen meiner Arbeit ausgewertete Quellen:

Das Projekt der "Europäischen Staatengeschichte" wird ausführlich in Kapitel IV (S. 370ff) unter Zuhilfenahme der Briefe, Tagebücher und Akten in den Berliner Ministerien untersucht. Hier finden sich auch Meinungsäußerungen über Heeren und seine Werke.

Von der einst sicher umfangreichen Korrespondenz ab 1809/1810 sind leider nur einige wenige Briefe von Heeren und einige Konzepte von Perthes erhalten geblieben – sie deuten auf einen regen Gedankenaustausch über verschiedene Historiker hin. Im Heeren-Nachlass finden sich keine Perthes-Briefe.

Im Verlag von Perthes erschienene Werke:

Heeren / Ukert (Hgg.): Geschichte der europäischen Staaten (1828ff)

Weiterführende Literatur:

Christoph-Becker Schaum, Arnold Hermann Ludwig Heeren, Frankfurt/Main 1993.

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