31 Oktober 2006

Justus und Friedrich Perthes, Besser und Mauke: Eine Übersicht zur Verlagsgeschichte

Perthes LogoPerthes – dieser Verlagsname gibt trotz seiner Seltenheit immer wieder Anlass zu Verwechslungen. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass sich der karthographische Verlag Justus Perthes eines hohen Bekanntheitsgrades erfreut – nicht zuletzt wegen seiner Monopolstellung auf dem Gebiet der Atlanten und Wandkarten. Friedrich Perthes aber gehört nicht hierhin, auch wenn Justus sein Onkel und dessen Sohn Wilhelm Perthes zudem noch sein Schwiegersohn waren. Friedrich ging seinen eigenen Weg, gründete 1796 die (zu Unrecht) als erstes reines Sortiment geltende Buchhandlung in Hamburg und nahm 1799 seinen Freund J.H. Besser als Kompagnon auf. Seit 1814 firmierte dieses Geschäft als Perthes & Besser, nach dem Aufstieg des Gehilfen J.W. Mauke zum weiteren Teilhaber (1822) seit 1836 als Perthes, Besser und Mauke, seit 1865 als W. Mauke Söhne. Heute gehört die auf Jura spezialisierte Fachbuchhandlung zur Schweitzer Gruppe.

Nach dem Tod seiner ersten Frau Karoline verließ Friedrich Perthes 1822 Hamburg und eröffnete in Gotha ein reines Verlagsgeschäft unter der Firma F. Perthes. Sein jüngster Sohn Andreas baute das vorwiegend geisteswissenschaftliche Programm unter der Firma F.A. Perthes (seit 1854) erfolgreich aus. 1890 erfolgte die Umwandlung in eine AG, 1922 die Übernahme durch die DVA in Stuttgart. Die in Gotha verbliebenen Abteilungen stellten 1934 ihre Arbeit ein. Damit endete der schrittweise Niedergang dieses heute vergessenen Verlages. Justus Perthes dagegen florierte trotz deutscher Teilung und verblieb bis zur Angliederung an den Schulbuchbereich der Klett-Gruppe (1992) in Familienbesitz.

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