28 Februar 2009

Geschichte als Ware: Das Projekt

"Eine neue wissenschaftliche Biographie zu Perthes steht ebenso aus wie die Erschließung seines im Staatsarchiv Hamburg aufbewahrten Nachlasses ..." - stellte der Buchwissenschaftler Ernst Fischer in seinem Killy-Lexikonartikel fest. Um diesen gordischen Knoten zu lösen, begann ich im Herbst 1999 mit den Vorarbeiten; im Februar 2008 erschien das Ergebnis unter dem Titel "Geschichte als Ware".

Mit diesem Projekt möchte ich mich - wiewohl nicht an einer Universität tätig - an der Forschungsdiskussion zum Thema "Interaktionen zwischen Wissenschaft und Markt" beteiligen. Falls gewünscht, gebe ich Einblick in die von mir ausgewerteten Quellen.

Forschung & Quellen

Da es so gut wie keine neueren Forschungen zu Friedrich Perthes gab, erwies es sich als unumgänglich, den umfangreichen handschriftlichen Nachlass auszuwerten. In jahrelangen Recherchen gelang es, einen Großteil des weitverstreuten Nachlasses wiederaufzufinden und auszuwerten. Die eigentliche Basis bilden mehr als 5000 exzerpierte Briefe, dazu tausende Tagebuchseiten, Konzepte, Notizen. Zusätzlich wurde für den Zeitraum 1796-1843 neuartige Verlagsstatistik auf der Basis der Verlagsbibliographie erstellt, die präzise Rückschlüsse auf die ökonomische Entwicklung des Verlagsgeschäfts und einen bilanzunabhängigen Vergleich mit anderen Firmen ermöglicht. Letztendlich erwies sich die Quellengrundlage als so reichhaltig, dass der kriegsbedingte Verlust des eigentlichen Verlagsarchivs verschmerzt werden konnte.

Friedrich Perthes: Biographisches

Der Name Perthes ist vor allem über zwei Begriffe in das öffentliche Bewusstsein vorgedrungen: zum einen über die Landkarten und Atlanten der Firma Justus Perthes, zum einen über die Krankheitsbezeichnung Morbus Perthes. Beide "Eponymen" sind nicht mit Friedrich Perthes zu verwechseln, obwohl sie mit ihm verwandt sind.